(1) Konditionierte Immunsupression verlängert die Abstoßungsreaktion nach
Herztransplantation bei Ratten
(Manfred Schedlowski, Pavel M. Grochowisz, Alan J. Husband und Maurice
G. King; 1992)
1.1. Einleitung
Im folgenden Experiment wurden die Auswirkungen einer konditionierten
Immunsupression (gezielte Ausschaltung des Abwehr-/Immunsystems) auf die
Überlebenszeit des Herztransplantates nach Herztransplantationen bei Ratten
untersucht.
Bei den Transplantationen werden vier Arten unterschieden. Das
sind:
- die autologe Transplantation, bei der körpereigenes
Material übertragen wird, d.h. Spender und Empfänger sind gleich/
identisch.
z.B.: Hautübertragung vom Arm auf das Gesicht
- die isologe Transplantation, bei der genetisch gleiches
Spender- und Empfängermaterial verwendet wird.
z.B.: Organübertragung bei eineiigen Zwillingen oder zwischen
Inzuchttieren
- die allogene Transplantation, bei der Spender und Empfänger
der gleichen Spezies angehören, aber sich im Hinblick auf die
MHC-Genprodukte (major-histocompatibility complex
= Haupthistokompatibilitätskomplex oder Hauptgewebeverträglichkeitskomplex)
unterscheiden.
z.B.: Hautübertragung zwischen nicht-verwandten Individuen
- die heterologe Transplantation, bei der Spender und Empfänger
verschiedenen Spezies angehören.
z.B.: Hautübertragung von Ratten auf Mäuse
Während bei der autologen und der isologen Transplantation kaum Probleme
auftauchen, wenn sie bei einwandfreier Technik durchgeführt wird, so kommt
es jedoch bei der allogenen Transplantation meist vierzehn Tage nach der
Operation zu Abstoßungsreaktionen und bei der heterologen Transplantation
noch früher.
Man nennt diese Reaktion auch Graft-versus-Host-Reaktion. Eine
Graft-versus-Host-Reaktion tritt ein, wenn immunreaktive Zellen in einen
immunologisch nicht voll reaktionsfähigen Empfänger gelangen. Voraussetzung
für eine GvH-Reaktion sind genetische Unterschiede zwischen Spender und
Empfänger. Dies läßt die Bedeutung erahnen, die eine Immunsupression, d.h.
eine Unterdrückung der Abstoßungsreaktion, besitzt.
Nun zum eigentlichen Experiment, bei dem eine heterologe Herztransplantation
bei DA-Ratten, die ein Spenderherz von LEWIS-Ratten - also genetisch
verschiedenen Ratten - erhielten, durchgeführt wurde.
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